Seit 1887 steht Volz Optik in Thun für gutes Sehen, persönliche Beratung und ein Gespür für Qualität. Doch was bedeutet eigentlich der Begriff «Sehkultur», der zur Identität des Hauses gehört? Ein Gespräch mit Inhaber Markus Zundel über Tradition, Verantwortung, Räume, Vertrauen – und darüber, warum eine Brille nie nur eine Brille ist.
Bei Volz Optik steht seit vielen Jahren der Begriff Sehkultur im Zentrum. Was bedeutet er für Sie?
Markus Zundel: Sehkultur ist für uns mehr als gutes Sehen. Natürlich beginnt alles mit einer präzisen Messung und einer Brille, die optimal korrigiert. Aber damit ist es nicht getan. Sehkultur bedeutet, den Menschen als Ganzes wahrzunehmen: Wie lebt jemand? Wie arbeitet er? Wie möchte er auftreten? Welche Ansprüche hat er an Komfort, Stil, Funktion und Qualität? Erst wenn wir diese Fragen verstehen, können wir eine Lösung finden, die wirklich passt.
Also geht es nicht nur um Technik?
MZ: Die Technik ist wichtig, sehr wichtig sogar. Die Mess- und Diagnosetechnik hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt, und wir gehen diesen Weg bewusst mit. Aber Technik ersetzt nicht das persönliche Gespräch. Sie hilft uns, noch präziser zu arbeiten. Am Ende geht es aber immer um den Menschen vor uns. Um seine Augen, seinen Alltag, seine Persönlichkeit.
Volz Optik blickt auf eine lange Geschichte zurück. Welche Rolle spielt diese Vergangenheit heute noch?
MZ: Volz Optik wurde 1887 von Hans Volz gegründet, dem ersten Optiker am Platz Thun. Schon damals ging es um optische Präzision. Das verpflichtet uns bis heute. Tradition bedeutet für uns aber nicht, stehen zu bleiben. Wer eine so lange Geschichte hat, muss sich immer wieder verändern, damit er relevant bleibt. Wir bewahren das, was uns wichtig ist – Qualität, Vertrauen, Handwerk – und verbinden es mit den Möglichkeiten von heute.
Sie legen viel Wert auf die Ausgestaltung Ihrer Räumlichkeiten. Warum?
MZ: Unsere Räume sprechen die gleiche Sprache wie unsere Arbeit. Wenn Kundinnen und Kunden unser Geschäft betreten, sollen sie spüren: Hier bin ich am richtigen Ort. Klare Linien, wertige Materialien, Ruhe, Licht, eine sorgfältig ausgewählte Brillenmode – das alles schafft Atmosphäre. Eine Brille ist etwas sehr Persönliches. Deshalb braucht auch die Auswahl einen Raum, in dem man sich wohlfühlt und Zeit hat.
Zeit scheint ein wichtiger Wert zu sein.
MZ: Ja. Wir wenden uns ganz bewusst gegen anonyme Massenabfertigung. Gute Beratung entsteht nicht im Vorbeigehen. Wir nehmen uns Zeit, hören zu, fragen nach und begleiten unsere Kundinnen und Kunden oft über viele Jahre. Dadurch kennen wir nicht nur ihre Brillenwerte, sondern auch ihre Vorlieben, ihre Gewohnheiten und ihre Ansprüche. Dieses Vertrauen ist für uns die Grundlage jeder guten Beratung.
Wie zeigt sich Sehkultur konkret bei der Auswahl einer Brille?
MZ: Eine Brille muss funktional stimmen, bequem sitzen und das Sehen erleichtern. Aber sie ist auch Ausdruck von Persönlichkeit. Manche Menschen suchen etwas Ruhiges und Zurückhaltendes, andere möchten ein klares Statement setzen. Manche brauchen eine robuste Lösung für Sport und Alltag, andere eine elegante Brille für den Beruf. Sehkultur heisst, diese Unterschiede ernst zu nehmen. Die richtige Brille soll nicht verkleiden, sondern unterstreichen.
Sie sprechen oft von Qualität. Was bedeutet Qualität bei Volz Optik?
MZ: Wir schätzen Dinge, die mit Herz und Verstand hergestellt werden. Das gilt für Brillenfassungen, für Gläser, für Beratung und für unsere Arbeit in der Werkstatt. Qualität ist nicht nur ein schönes Produkt im Regal. Qualität zeigt sich auch nach dem Kauf: in der Anpassung, im Service, in der Reparatur, im ehrlichen Rat. Eine Brille begleitet einen Menschen jeden Tag. Da darf nichts beliebig sein.
Zur Sehkultur gehört auch Augengesundheit. Warum ist Ihnen Vorsorge so wichtig?
MZ: Das Auge ist unser zentrales Sinnesorgan – und es verändert sich ständig. Alter, Gesundheit, Arbeitsplatz, Lebensstil: All das hat Einfluss auf unsere Augen. Viele Veränderungen bemerken wir selber lange nicht. Darum ist regelmässige Vorsorge so wichtig. Wir schauen genau hin, erkennen Veränderungen früh und können Kundinnen und Kunden bei Bedarf auch an den Augenarzt weiterempfehlen. Auch das gehört zu unserer Verantwortung.
Wie halten Sie und Ihr Team dieses Wissen aktuell?
MZ: Indem wir uns regelmässig weiterbilden und die Augen offenhalten – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Unsere Branche entwickelt sich schnell. Neue Messverfahren, neue Materialien, neue Anforderungen im Alltag: Wir möchten unseren Kundinnen und Kunden jederzeit die bestmögliche Beratung auf dem aktuellen Stand der Augenoptik bieten. Gleichzeitig geben wir unser Wissen weiter, etwa an Lernende. Auch das ist Teil unserer Kultur.
Was sollen Kundinnen und Kunden spüren, wenn sie Volz Optik verlassen?
MZ: Dass sie gesehen wurden. Sie sollen spüren, dass ihre Anliegen ernst genommen wurden und dass sie eine Lösung gefunden haben, die zu ihnen passt und Freude macht. Wenn jemand mit der neuen Brille in den Spiegel schaut und merkt: Das bin ich – nur klarer, stimmiger, selbstverständlicher –, dann ist das für uns Sehkultur.
Und was wünschen Sie sich für die Zukunft von Volz Optik?
MZ: Wir wollen diesen Anspruch weitertragen: offen bleiben für Neues, sorgfältig bleiben im Detail und nah bei den Menschen. Sehkultur entwickelt sich mit jeder Kundin, jedem Kunden, jeder neuen Technologie und jeder Begegnung weiter. Seit 1887 – und hoffentlich noch sehr lange.